Projekt 13/14

„Angezogen duschen — ein Abend für Gläubige und Ungläubige“

mit Theater SEM

Warum glauben wir? Und: Woran glauben wir? Welche Bedeutung hat der Glaube im Leben eines Menschen? Oder, grösser gedacht: welche Bedeutung hat eine Religion für eine Gesellschaft? Was ist überhaupt der Unterschied zwischen Glaube und Religion? Wie prägt der Glaube meiner Eltern meinen eigenen Glauben, mein Leben? Wie wirkt sich Religion – die meiner Eltern, meines Landes, meine eigene – in meinem Leben aus? Habe ich als Kind anders geglaubt als als Erwachsene? Und, vor allem eines: Wie wirkt(e) sich Religion in meinem Leben als Mädchen und Frau aus?

Diesen und anderen Fragen geht die interkulturelle Theatergruppe SEM in ihrem neuen Projekt szenisch auf den Grund.

Ausgehend von fünfzehn Interviews mit Frauen aus verschiedenen Konfessionen, welche die Autorin Brigitta Soraperra geführt hat, stellte die Regisseurin Heinke Hartmann einen spielerischen und informativen Abend rund um das Thema Religion zusammen. Humorvoll, berührend, aufrüttelnd, manchmal auch empörend sind die einzelnen Szenen, die alle einen roten Faden aufweisen, nämlich die Frage: welchen Platz, welche Rolle finden Frauen in den jeweiligen Religionen. Dass diese nicht immer „politisch korrekt“ beantwortet werden kann, liegt in der Natur der Sache. Theater SEM löst diese Herausforderung mittels Komik und Satire und – wo angebracht – mit Schweigen und Musik. Letztere wurde von Sabaka zusammengestellt, die Gesangspassagen mit Unterstützung der bekannten Zürcher Musikerin Magda Vogel einstudiert.

Die insgesamt fünf Aufführungen im Kulturmarkt  in Zürich statt. Das Gebäude, in dem der überkonfessionelle Kulturverein „Kulturmarkt“ eingemietet ist, ist eigentlich eine turmlose Kirche, die 1922 für die evangelisch-reformierte Kirchgemeinde Wiedikon  errichtet wurde. Ein stimmiger Ort, der dem Projekt den passenden Rahmen bietet.

Es spielen: Eva Heissenhuber, Petra Hild, Lilith Khaleian, Ebru Koyun, Alma Lüthold, Susanna Rosati, Zeynep Sanli, Regula Straumann

Regie: Heinke Hartmann
Textfassung, Dramaturgie: Brigitta Soraperra
Kostüme: Ebru Koyun
Musikalisches Konzept: Sabaka
Vocal Coaching: Magda Vogel
Licht-, Tondesign: Martin Wigger
Technik: Kulturmarkt
Produktionsleitung: Corinna Fueter, Theater SEM

Premiere: Freitag, 8. November 2013 um 20 Uhr
Weitere Aufführungen am 9., 12., 13. und 14. November, jeweils um 20 Uhr.
Zusatzvorstellungen wegen großer Nachfrage am 14. und 15. März 2014

www.theatersem.ch
Ticket-Reservation unter 044 454 10 10 sowie via Email: marketing[at]kulturmarkt.ch.

„Theater SEM“
Seit über zehn Jahren bringt die ambitionierte Frauentheatergruppe jedes Jahr eine Produktion zur Aufführung. Immer unter professioneller Leitung, immer als Uraufführung und stets an besonderen Aufführungsorten. Kernpunkt und Kapital der Gruppe sind ihre Spielerinnen. (SEM = kleinstes bedeutungs-unterscheidendes Merkmal). „Schweizerinnen mit und ohne Migrationshintergrund“ würde man sie im offiziellen Jargon nennen. Frauen mit bunten geographischen Hintergründen, Biographien, Lebensgeschichten stehen dahinter, die eines eint: ihre bedingungslose Liebe zum Theater.Mit „Angezogen duschen“ kehren die SEM Frauen an ihre Anfänge zurück. Schon bei den ersten Projekten bildeten die Biographien der Spielerinnen die Inhalte der Stücke. Es ging um Fremdsein und sich selber sein, um Toleranz und Ausgeschlossensein, um Frauenfreundschaften und -rivalitäten, um Sprache, die eigene und die fremde, ums Kinderkriegen, Kinderhaben und Kinderlosigkeit. Fast immer war der Zugang autobiographisch und spielte die Interkulturalität der Mitglieder eine Rolle. In den letzten Projekten bewegte sich die Gruppe weg von ihren eigenen Biographien und spielte Stücke mit Rollen und Kunstfiguren. Dabei konzentrierten sich die Frauen – allesamt Amateurinnen – auf ihre Weiterentwicklung als Schauspielerinnen. Nun starten sie, spielerisch gefestigt und ergänzt mit zwei neuen Spielerinnen, wieder in ein autobiographisch geprägtes Projekt. Allerdings bilden neben ihre eigenen Erfahrungen auch andere Biographien die Grundlage und das Regiekonzept sieht vor, dass die Frauen nicht sich selber auf der Bühne darstellen.

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