Ich sehe was, was du nicht siehst

 

Von der Wahr­neh­mung der Welt
Ein grenz­über­grei­fen­des Thea­ter­pro­jekt mit Blin­den und Sehen­den.
In Koope­ra­ti­on mit Thea­ter Kon­stanz

Blind­sein ist für Sehen­de erschre­ckend und fas­zi­nie­rend und unvor­stell­bar in unse­rer so visu­ell domi­nier­ten Welt. Thea­ter ist für Blin­de eher unin­ter­es­sant, weil so bild­haft. Der Wider­spruch reizt, bei­de Grup­pen zu einer For­schungs­rei­se über das Sehen auf die Büh­ne zu schi­cken. „Es wird anders wahr­ge­nom­men, ande­res wahr­ge­nom­men, ande­res als wahr ange­nom­men”, sagt ein Blin­der.

Unter der Rei­se­lei­tung der Regis­seu­rin Hein­ke Hart­mann haben sich 7 blin­de bzw. seh­be­hin­der­te und 8 sehen­de Men­schen aus Kon­stanz und der Ost­schweiz auf den Weg gemacht, ihre Welt­erfah­rung zu unter­su­chen und zu ver­glei­chen. In einem ein­jäh­ri­gen Mate­ri­al­samm­lungs- und Pro­ben­pro­zeß ist ein Thea­ter­abend ent­stan­den, der das Sicht­ba­re auch für Nicht-Sehen­de erleb­bar macht und den Sehen­den die Augen öff­net für das Unsicht­ba­re.

Pre­mie­re am 1.3.2008 in der Werk­statt Stadt­thea­ter Kon­stanz, wei­te­re Vor­stel­lun­gen u.a. in der Gra­ben­hal­le St. Gal­len (CH) und im Thea­ter Ravens­burg. Die Vor­stel­lung am 14.6.2008 in St. Gal­len ist von Gal­lus­me­dia pro­fes­sio­nell fil­misch auf­ge­zeich­net wor­den.

DVD mit Hör­film-Fas­sung

Die DVD mit Hör­film-Fas­sung und akus­tisch unter­leg­tem Menü für Blin­de und Seh­be­hin­der­te sowie Bonus-Mate­ri­al ist erhält­lich. Bit­te sen­den sie mir eine Nach­richt.

Mit­wir­ken­de
Regie/Konzept: Hein­ke Hart­mann
Skript: Rena­te Deh­ner
Text­bei­trä­ge: von Kar­la Kunz, Sven­ja Sei­bold, Anja Sei­bold, John Hull, R. M. Ril­ke, Hil­ga Wes­le, Rena­te Deh­ner und dem gan­zen Ensem­ble
Dra­ma­tur­gie: Hil­de Schnei­der
Bühne/Kostüme: Joa­chim Stei­ner
Stimm-/Sprach­ar­beit: Sil­ke Schnei­der
Regie­as­sis­tenz: Bri­git­te Eggen­ber­ger
Licht: Sha­ra Werschke
Spieler/Spielerinnen: Rena­te Deh­ner, Wal­traud Faschi­an, Fre­dis Fei­er­tag, Wal­li Grau­lich, Dome­ni­ca Gries­ser, Roland Gru­ber, Hans­pe­ter Hafen, Kurt Halb­heer, Kar­la Kunz, Anja Sei­bold, Sven­ja Sei­bold, Bar­ba­ra Sprin­ger, Joa­chim Stei­ner, Bea­te Wanz­ke, Ursu­la Wol­schen­dorf und Lan­ce
KULTUR VERBINDET
„Ich sehe was, was du nicht siehst“ war ein­ge­la­den zum Fes­ti­val KULTUR VERBINDET in Ham­burg. Am 27.8.2010 wur­de der Hör­film mit LiveAct für ein blin­des und sehen­des Publi­kum im Ernst Deutsch Thea­ter gezeigt.
Pres­se

Ein Thea­ter­abend mit beson­de­rer Aus­strah­lung. Ein Stück über die Wahr­neh­mung der Welt ist die­se intel­li­gen­te und sen­si­ble Sze­nen­fol­ge, die Blind­heit als Tat­sa­che, nicht als Schick­sal the­ma­ti­siert — und damit kein Betrof­fen­heits­stück sein will. Aus­ge­spro­chen sehens- und hörens­wert.

Bri­git­te Els­ner-Hel­ler, Thur­gau­er Zei­tung

Das macht das Über­wäl­ti­gen­de des Abends gera­de­zu aus: Die Fas­zi­na­ti­on, die Sehn­sucht, die Span­nung auf bei­den Sei­ten, den Augen-Men­schen und den Blin­den, bleibt. Die Mix­tur aus Tex­ten, Sze­nen, Slap­stick samt einer gran­dio­sen Gitar­ren-Num­mer hat das Zeug zur Abend­un­ter­hal­tung mit Mehr­wert…
Das Publi­kum war begeis­tert von die­sen Mul­ti­ta­len­ten auf bei­den Sei­ten.”

Maria Schorpp, Süd­ku­rier Kon­stanz

Das war kein Abend mit Frie­de, Freu­de, Eier­ku­chen — son­dern da rie­ben sich Sehen­de und Blin­de anein­an­der — Angst, Sar­kas­mus, Spott — und über allem Ehr­lich­keit und unüber­fühl­ba­re Zunei­gung waren die Bot­schaft, die unauf­halt­bar über den vor­de­ren Büh­nen­rand ins Publi­kum schwapp­ten. Ich hab jetzt noch ein Krib­beln im Rücken, wenn ich nach­emp­fin­de, wie da eine Trup­pe zeig­te, dass sie über 2 Jah­re zusam­men wuchs, den­noch jeder sie/er sel­ber blieb und sogar sich sel­ber spie­len konn­te. So viel Lebens­of­fen­heit, dass man mit sich sel­ber spie­len kann und dabei auch noch die ande­ren betei­ligt, das emp­fand ich als die Bot­schaft des Abends und als den Tritt, mit dem sich jeder der Büh­nen­ak­teu­re sel­ber in die Zukunft kata­pul­tier­te.
Ein tol­ler Abend!

Ein blin­der Zuschau­er: Franz Erwin (Aulen­dorf)

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Arti­kel Augen­blick mal von Hein­ke Hart­mann für DEIKE PRESS/Konstanz



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